Förderung nachhaltiger Megastadtentwicklung durch materialeffizientes Wirtschaften
Während der letzten Jahre sind in China moderne umweltbezogene Gesetze in Kraft getreten, die weitreichende Möglichkeiten und Änderungen im Management unerwünschter Stoffe ermöglichen werden. So z.B. im April 2005 das Gesetz zum Schutz und Kontrolle von Umwelteinwirkungen durch feste Abfälle (the law on Prevention and Control of Environmental Pollution by Solid Waste), im August 2008 der nationale Katalog gefährlicher Abfälle (Chinese National Catalogue of Hazardous Wastes) und im Januar 2009 das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Promotion Law). Hierdurch wird die Entwicklung des Industrieparks Midong, der größten geplanten Industriezone in Westchina, zusammen mit den neuesten Infrastruktureinrichtungen der Abfallentsorgung und –Verwertung sehr stark beeinflusst und es bietet sich hier ein einzigartiges window of opportunity um neue Ideen und Entwicklungen einzutragen.
Einige Zahlen zur industriellen Abfallwirtschaft in Xinjiang In der Autonomen Region Xinjiang fielen laut Statistischem Jahrbuch Xinjiang (2009) im Jahr 2006 ca. 15 Millionen Tonnen feste Industrieabfälle an, im Jahr 2008 waren es bereits 24,4 Millionen Tonnen. Bei dieser jährlichen Steigerung von mehr als 30% stammte der größte Anteil aus der Region U-Chang. Die Zahlen für gefährliche Abfälle zeigen ein anderes Bild. Hier finden wir eine leichte Abnahme der Menge von 640.000 Tonnen im Jahr 2007 auf 600.000 Tonnen im Jahr 2008. Worauf sich dies zurückführen lässt, ist momentan unklar. Gegenwärtige Arbeitsschwerpunkte der Gruppe “Materials” im Projekt RECAST Urumqi
• Entwicklung der Abfallmanagement Software
Die chinesischen und deutschen Projektpartner entwickelten ein Instrument um sowohl die internen Anforderungen bezüglich relevanter Abfallinformationen und Analysen der einzelnen Industriebetriebe zu gewährleisten als auch die Notwendigkeiten zwischenbetrieblicher Austauschmöglichkeiten und Koordination zu ermöglichen. Auf dem chinesischen Markt war keine verwendbare Abfallmanagement Software zu finden. Die Abfallmanagement Software Anwendung basiert auf dem weit verbreiteten Programm Microsoft Access des Microsoft Office Pakets und ist somit sehr einfach in das bereits existente IT-Umfeld der teilnehmenden Unternehmen zu integrieren.
Die chinesisch-deutsche Entwicklung der Software begann im Herbst 2009 auf der Grundlage einer bereits vom IUWA für deutsche Firmen, in der Mehrheit KMUs, entwickelte Software. Seit Mitte des Jahres 2010 wird die aktuelle Version durch die Xinjiang Academy of Environmental Protection Sciences, dem chinesischen Partner der Arbeitsgruppe „Materials“, getestet. Wenn der Zeitplan so eingehalten wird wie geplant, kann die Software Ende des Jahres an einzelne Unternehmen als Betatester ausgeliefert werden.
Über vier Hauptmasken lassen sich die für das Abfallmanagement relevanten Daten eingeben und speichern. Die Software erfasst zunächst Stammdaten, etwa die Adressen der eigenen Firma, der Entsorgungs- und Transportfirmen sowie der Behörden; die Stoffe, die als Abfälle oder als Sekundärrohstoffe im Unternehmen eine Rolle spielen; die Stellen bzw. Orte an denen die Stoffe im Laufe ihres Lebenszyklus innerhalb und außerhalb des Unternehmens betrachtet werden (von der „Anfallstelle“ in der Produktion über Zwischenlager und Sammelbehälter bis hin zur Entsorgungsanlage oder Wiederaufbereitungsstelle); die Nachweise, die als Rechtsgrundlage und Dokumentation der Entsorgung fungieren.
Die Software basiert auf einer Client-Server Struktur, die Daten werden hierbei auf einem zentralen Server gespeichert auf den die einzelnen Nutzer innerhalb der Firma mit ihren PCs zugreifen können. Unterschiedliche Nutzerrechte gewähren neben der Sicherheit der Daten, die Möglichkeit innerhalb des Unternehmens sämtliche Informationen über die Abfallströme und Kosten erhalten zu können. Die Software bietet weiterhin die Möglichkeit einer multilingualen Nutzung in deutsch, chinesisch und englisch.
• Erforschung der wesentlichen Stoffströme im Chemiepark Midong
Der Chemieindustriepark Midong wurde im September 2005 gegründet und stellt einen großflächigen Chemiepark auf Regionalebene dar und bietet neben zwei weiteren, auf Staatsebene geförderten Wirtschafts-und Technologiezonen in Urumqi, vergleichbare Investitions- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die gesamte geplante Fläche beträgt ungefähr 108 km2 (siehe Abb. 5). Im September 2007 wurde der Pilotplan zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Midong Chemiepark durch die Handel- und Wirtschaftskommission der autonomen Region Xinjiang genehmigt und ist damit einer der ersten Kreislaufwirtschaftsparks.
Bis zum Mai 2010 hatten sich etwa 300 Unternehmen mit ca. 20.000 Beschäftigten im Chemiepark Midong angesiedelt. Im Jahr 2009 betrug die Wertschöpfung des Industrieparks 33 Milliarden RMB und damit ca. 91,6% des gesamten Region Midong.
Zur Untersuchung der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft im Industriepark und um die Meinung und das Verhalten wichtiger Akteure der Unternehmen zu eruieren, wurden zwei Fragebögen mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft, einer für die einzelnen Unternehmen und ein weiterer für den Industriepark, erstellt. Hierbei wurden 12 wesentliche Pilotprojekte zur Kreislaufwirtschaft die 7 Unternehmen beinhalteten abgebildet. Desweiteren konnten wesentliche Stoffströme und Beziehungen zwischen den einzelnen Unternehmen dargestellt werden. Ein erster Bericht wird hierzu in Kürze veröffentlicht.
Die wichtigsten Partner im Projekt RECAST Urumqi, der Arbeitsgruppe “Materials”
Dokumente und Veröffentlichungen
Um ausführlichere Informationen zu erhalten, kontaktieren Sie bitte Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft
Prof. Dr. Günter Liesegang
Dr. Thomas Sterr
Dr. Werner Krause
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